Kuschel- und Schaukeltiere sind wichtig für die Entwicklung der Kinder

Kuschel- und Schaukeltiere sind wichtig für die Entwicklung der Kinder
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Der Teddy ist das Sinnbild schlechthin für den treuen Freund, den tröstenden Begleiter und den verlässlichen Gefährten.

Viele Kinder bauen eine innige Beziehung zu ihren Kuscheltieren auf.

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Kuschel- und Schaukeltiere sind wichtig für die Entwicklung – © dolgachov / photodune.net

Ob Teddy, Püppi, Schaukeltier oder Schnuffeltuch – drei von vier Kindern suchen sich in den ersten zwei Lebensjahre einen Gefährten aus Plüschstoff aus, der für sie weit mehr ist als nur ein Spielzeug.

Kuscheltiere und Schaukeltiere fördern die Entwicklung

Wichtige Bindungen

Wenn ein Kind zur Welt kommt, hat es zunächst nur eine sehr begrenzte Wahrnehmung. Es hat Bedürfnisse nach Nahrung und Wärme und die Personen, die diese stillen, sind die ersten und wichtigsten Bezugspersonen.

Schon mit etwa vier Monaten kann ein Baby zwischen sich selbst und seiner Umwelt unterscheiden. Es nimmt zum Beispiel seine Eltern als eigenständige Personen wahr. Da ein so kleines Kind völlig auf die Fürsorge anderer Personen angewiesen ist, verursacht alleine sein oft Angst. Auch wenn die Mutter nur für einige Augenblicke das Zimmer verlässt, schreien manche Kinder, als würden sie für immer verlassen werden. Hier kommt der plüschige Gefährte ins Spiel.

Der englische Kinderarzt und Psychoanalytiker Donald Winnicott prägte den Begriff des Übergangsobjektes, denn immer dann, wenn die Bezugspersonen gerade nicht greifbar sind, hilft der Teddy, die Verbindung zur Bezugsperson auch in deren Abwesenheit zu halten.

Wenn die Kinder größer werden, verlieren Kuscheltiere keinesfalls an Bedeutung. Auch in den Kindergarten, zum Arzttermin und selbstverständlich auch in den Urlaub müssen Teddy und Co. mitgenommen werden.

Sie trösten in bedrohlichen Situationen und werden zu Freunden, denen man Geheimnisse anvertraut.

Spielkameraden aus Plüsch

Im Spiel nehmen Kuscheltiere einen großen Stellenwert ein. Der Teddy wird zum gelehrigen Schüler beim Schule-Spielen, der Hund zum Gast der feinen Teegesellschaft und die Puppe zum eigenen Kind, das umsorgt werden muss.

Auch Schaukeltiere sind für die Fantasiewelt des Kindes wichtig. Man kann Sie zwar nicht zum Kuscheln mit ins Bett nehmen, dafür eignen sie sich für andere Spielideen hervorragend. Um ein Schaukelpferd aus Plüsch oder Holz kümmern sich viele Kinder genauso liebevoll wie um ein echtes Pony und gemeinsam mit dem Teddy kann man auf dem Rücken des Schaukelpferds wilde Abenteuer bestehen.

All diese Rollenspiele sind wichtige Bestandteile der kindlichen Entwicklung. Kinder verarbeiten im Spiel die Ereignisse des realen Lebens, probieren neue Verhaltensweisen aus und erlernen so wichtige soziale Kompetenzen und Bewältigungsstrategien.

Für viele Kinder ist der Teddy erst dann passé, wenn er im Jugendalter „uncool“ geworden ist – doch oft wird er nicht einfach entsorgt, sondern landet in einer Kiste und begleitet vom Dachboden aus auch das Erwachsenenleben.

Die Auswahl des besten Freundes

Etwa drei von vier Kindern haben ein absolutes Lieblingskuscheltier, das oft einen trivialen Namen wie „Teddy“ oder „Nunu“ trägt. Kinder wählen ihren Gefährten nach Gesichtspunkten aus, die Erwachsene oft nicht nachvollziehen können.

Das Stofftier muss weder schön noch ausgefallen sein. Man könnte sagen, es muss einfach „klick“ machen.

Besonders häufig wählen Kinder Kuscheltiere aus, die sich angenehm anfühlen, freundlich aussehen und einen erkennbaren Körper mit Armen und Beinen haben. Nummer eins der Kuscheltierhitliste ist nach wie vor der Teddy, dicht gefolgt von Hunden, Mäusen, Katzen. Aber auch exotischere Gattungen werden von einigen Kindern bevorzugt. Die Wahl ist individuell und sollte dem Kind auch ganz alleine überlassen werden.

Wenn das Stofftier nach jahrelangem Geschmuse nur noch ein Auge und keine Ohren mehr hat, macht das den Kindern meist nichts aus. Das Kuscheltier ist ein Freund, dem man die Treue hält, auch wenn er schwer verletzt ist.

Schon lange, bevor Puppen und menschliche Figuren als Spielgefährten eingesetzt werden, interessieren sich kleine Kinder für Tiere aus Plüsch. Das mag zum einen daran liegen, dass diese weich und flauschig sind, hat aber auch psychologische Gründe, denn scheinbar fällt die Bindung an ein Tier oft leichter als die an eine menschliche Figur.

Hilfreiche Tipps für Eltern

Und wenn mein Kind kein Kuscheltier hat?

  • Wenn Ihr Kind (noch) kein Kuscheltier hat, können Sie Abhilfe schaffen. Vergessen Sie nicht, dass die Wahl alleine bei Ihrem Kind liegt, Sie können ihm nur Vorschläge unterbreiten, aber nicht das „perfekte“ Kuscheltier auswählen.
  • Hat Ihr Kind im Tierreich besondere Vorlieben, zum Beispiel für Hunde, wird es sich im Spielzeugladen vielleicht am ehesten einen Hund aussuchen. Hier müssen Sie einfach ausprobieren. Manche Kinder entscheiden sich auch für eine Schmusedecke oder Ähnliches, die auch die Funktionen eines Kuscheltiers übernehmen kann.
  • Für manche ist auch eine Plastikfigur der passende Begleiter. Als Eltern können Sie verschiedene Anreize schaffen, zum Beispiel indem Sie den potenziellen Freund interessant machen, indem Sie ihn selbst in ein Spiel einbeziehen. Ob Ihr Kind das Angebot annimmt oder nicht, liegt ganz bei ihm.

Achten Sie auf Qualität

  • Damit Ihr Kind lange Freude an dem Gefährten hat und gefahrlos mit ihm schmusen und auch an ihm nuckeln kann, sollten Sie unbedingt auf Qualität achten. Verschiedene Gütesiegel bescheinigen die Unbedenklichkeit der verwendeten Fasern und Farben.
  • Achten Sie darauf, dass das Kuscheltier auch bei hohen Temperaturen waschbar ist und waschen Sie es vor dem ersten Gebrauch.

Auch Kuscheltiere müssen mal baden

  • Viele Kinder sind den Tränen nahe, wenn ihr geliebter Freund hin und wieder in die Waschmaschine soll. Sie mögen ihr Stofftier am liebsten so wie es ist, also auch schmutzig. Der Jammer wäre groß, wenn Teddy geschrumpft oder zerfleddert aus der Waschmaschine zurückkommt. Daher erspart es viele Tränen, ein hochwertiges, waschbares Kuscheltier zu kaufen und möglichst früh eine „Waschroutine“ einzuführen.
  • Wenn Ihr Kind weiß, dass Teddy zum Beispiel jedes zweite Wochenende zur Wäsche muss, wird es das leichter akzeptieren. Vielleicht kann es sich für die Wasch- und Trockendauer auch von einem anderen Stofftier trösten lassen.

Teddy ist weg – was nun?

  • Wenn das Kuscheltier abhanden kommt, bricht für viele Kinder regelrecht eine Welt zusammen. Oft findet sich das Stofftier zum Glück unter den Autositzen oder im Wäschekorb wieder, manchmal gehen Kuscheltiere aber auch tatsächlich verloren. In diesem Fall sollten Sie die Trauer Ihres Kindes unbedingt ernst nehmen und nicht herunterspielen. Sein Verlust ist real.
  • Das Internet bietet mittlerweile Möglichkeiten, gezielt nach vermissten Kuscheltieren zu suchen. Sollte auch das nicht helfen, lassen Sie Ihr Kind in seinem Tempo ein neues Stofftier auswählen und zwingen Sie ihm kein Bestimmtes auf. Für manche Kinder ist es okay, genau das gleiche Modell noch einmal zu kaufen, für andere nicht.
  • Jedes Kind bewältigt den Verlust eines Stofftiers auf seine Weise, denn schließlich kann man wahre Freunde nicht einfach ersetzen.

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